Kriege, Krisen und Konflikte, Umbrüche und Aufbrüche – Belecker Werkstattgespräch mir Hermann Kroll-Schlüter.
Im 20. Belecker Werkstattgespräch mit Hermann Kroll-Schlüter am Donnerstag, den 29. Oktober 2026, 19:00 Uhr, in der Stadtbücherei Stütings Mühle geht es auch darum: Wie navigiert Politik in Verantwortung durch und in solchen Zeiten? Und immer und zugleich in lokalen wie globalen Beziehungen. Eine Blaupause gibt es dafür nicht, vielleicht ein Leitbild, auf jeden Fall: Leidenschaft und Sachkenntnis. Ganz bestimmt gehört dies dazu: Die Würde jedes Menschen zu achten, die Vielfalt und Besonderheit der einzelnen Gemeinschaften zu respektieren, die Notwendigkeit, lokale Gemeinschaft zu stärken, um eine gerechtere und nachhaltige Welt zu schaffen. Dies wird nur dann wirksam, wenn sie von einem tiefen Verständnis und von einer Wertschätzung der lokalen Kulturen, Traditionen und Herausforderungen begleitet wird. Denn das Verhältnis von Globalität und Lokalität in eine Balance zu halten, darauf kommt es entscheidend an. Da wird die globale Verantwortung mit der Achtung vor den lokalen Gegebenheiten Hand in Hand gehen müssen, um eine freie und solidarische Welt zu fördern.
Die liberale Demokratie ist gefährdet. Wir erleben die Bedrohung der Freiheit von Innen und die Bedrohung unserer Freiheit von Außen. Die Menschen wären zuversichtlicher, wenn sie zumindest im Kleinen etwas bewegen könnten und finden, dass Menschen, die eine sinnstiftende Gemeinschaft gefunden haben, Zuversicht entfalten können.Der Wunsch nach einem erfüllten Leben heisst, das eigene Leben als Gabe und als Aufgabe zu erkennen und in verantwortlicher Freiheit zu gestalten. Seine Freiheit gründet in seiner Fähigkeit zur Verantwortung und rechtfertigt sich aus der praktischen Wahrnehmung seiner Verantwortung. Immer müssen wir um eine Ordnung bemüht sein, die es den Bürgern ermöglicht, in den Grenzen ihrer Fähigkeiten und in überschaubaren Einheiten ihre Lebenssachverhalte in eigener Verantwortung zu regeln. Diese Ordnung ist eine Ordnung der Subsidiarität , ist die Ordnung der verantworteten Freiheit, ist eine Ordnung die Zuversicht entfaltet.Freiheiten und Verantwortlichkeiten, Initiativen und Engagements, Freiwilligkeit und Verpflichtungen halten das Gemeinwesen zusammen.Demokratie braucht Verantwortung. Zum Gelingen des Lebens, zum Gelingen der Gemeinschaft und des Staats gehören Mitmenschlichkeit, Sachgerechtigkeit und Verantwortungsbereitschaft.
Auf der ersten Seite seines Buches „Aufgeschrieben“ kommt Arnold Toynbee zu Wort: „Zivilisation ist Bewegung, nicht Zustand, ist Reise, nicht Hafen.“ Man kann gespannt darauf sein, wohin diesmal die Reise geht.

Foto (Michael Sprenger): Referent Hermann Kroll-Schlüter